Borreliose, Lyme-Borreliose oder "Zeckenimpfung"
Es kommt immer wieder zu Missverständnissen bei der Frage nach einer "Zeckenimpfung". Dabei erreicht man bei der "Zeckenimpfung" lediglich eine Immunisierung des Hundes gegen die durch Zecken übertragbare Erkrankung, der Borreliose, kenesfalls jedoch einen vermeintlichen Schutz gegen den Biss von Zecken.
Borreliose ist eine bakterielle Infektion. Da eine Zecke während ihrer Entwicklung mehrere Wirte "anzapft", werden dabei auch Bakterien aufgenommen, z.B. Schraubenbakterien (Borrelien), die sich dann in den Zecken vermehren. Bei der nächsten Blutmahlzeit können diese Bakterien den Wirt wechseln und so bei einem neuen Wirt Krankheiten verursachen. Einer Studie zufolge sind ca 1/3 der erwachsenen Zecken mit Borrelien infiziert.Die Lieblingsorte der Zecken sind vorwiegend der Kopf-, Hals-, Nacken- und Vorderbrustbereich des Hundes. Bei den Bassets sitzen die Zecken auch mit Vorliebe in den kleinen Taschen am unteren äusseren Rand der Ohren. Die Symptome sind im Allgemeinen nicht sehr ausgeprägt (Hautrötungen, kleine Schwellungen, evtl. Juckreiz), wobei die Grössenzunahme der blutsaugenden Insekten beträchtlich ist: von 5 mm steigern sie sich auf bis zu 14 mm in vollgesogenem Zustand. Beim Basset Hound können aufgrund des glatten kurzen Fells die Zecken gut erkannt und frühzeitig entfernt werden.
Im späteren Stadium, beim Auftreten von Lahmheiten oder Gelenkentzündungen drängt sich der Verdacht der Lyme-Borreliose auf. Dabei gibt es immer wieder auch Zeiten ohne klinische Symptome. Die Diagnose stützt sich auf die Untersuchung von Antikörpern gegen Borrelien. Bestätigt sich der Verdacht, können entsprechende Antibiotika eingesetzt werden.
Neben Borreliose übertragen Zecken auch das Virus der Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis auf Haustiere. Sie werden infiziert, können aber, im Gegensatz zum Menschen, nicht erkranken.
Nach jedem Wald- oder Feldspaziergang sollten Sie Ihren Hund nach den Blutsaugern absuchen. Eventuell können Sie die Zecke bereits entfernen, bevor sie sich festgebissen hat. Bei einer angesaugten Zecke greifen Sie sie direkt über der Hautoberfläche und ziehen sie dann durch Drehen heraus. Dabei sollten Sie versuchen, nicht auf den gefüllten Zeckenkörper zu drücken, damit z.B. Borrelien nicht in die Bissstelle gelangen können.Für diese Behandlung eignen sich Pinzetten oder Zeckenzangen. Bleibt der Zeckenkopf einmal in der Haut stecken, kann es gelegentlich zu kleineren Hautreaktionen kommen, die sich aber in der Regel im Verlauf weniger Tag wieder zurück bilden.
Zur Zeit ist eine Schutzimpfung in Deutschland möglich. Geimpft werden können alle Hunde ab einem Lebensalter von 12 Wochen, wobei eine Erstimpfungoder Grundimmunisierung im Abstand von 3-4 Wochen wiederholt werden muss, um einen ausreichenden Impfschutz zu gewährleisten. Die Wiederholungsimpfung erfolgt dann einmal jährlich.
Die Braune Hundezecke
Diese eingeschleppte Zeckenart lebt nur in Gebäuden und Stallungen bei Temperaturen von 20-30 Grad Celsius und bei hoher relativer Luftfeuchtigkeit. Sie ist auf den Hund spezialisiert und kommt äusserst selten auch bei Katzen vor. In Deutschland findet man die Braune Hundezeckenur in sehr wenigen Gebieten. Sie ist überträger der Babesiose (ein einzelliger Blutparasit), die zu Blutarmut und - im äußersten Fall - auch zum Tod führen kann.
Quelle: "Der gesunde Hund", Autor: Dr. med. vet. Stefan Oetjen
